Einen Bodenablauf nimmt kaum jemand wahr – bis er plötzlich streikt. Dann sammelt sich das Wasser im Keller oder im Bad, und genau in diesem Moment wird vielen klar, wie wichtig das kleine Gitter im Fußboden eigentlich ist. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Bodenablauf und Ablaufgitter aufgebaut sind, wie Sie beides sauber halten und warum ein Rückstauschutz im Keller in den allermeisten Fällen Sinn ergibt. Dazu bekommen Sie eine handfeste Reinigungsanleitung und eine klare Einschätzung, wo das Selbermachen seine Grenzen hat.
So ist ein Bodenablauf aufgebaut
Zu einem Bodenablauf gehört weit mehr als das sichtbare Gitter. Darunter steckt ein Einsatz mit Siphon – also ein Geruchsverschluss, der dank des stehenden Wassers verhindert, dass Kanalgerüche nach oben ziehen. Erst darunter kommt der Anschluss an die Entwässerungsleitung. Das Gitter fängt nur die groben Brocken ab; Haare und Fettreste rutschen in den Siphon und lagern sich dort nach und nach ab.
Im Bad sitzt der Bodenablauf meistens in der Dusche oder unter dem Waschtisch und wird oft durchgespült. Im Keller sieht das ganz anders aus: Dort bleibt der Ablauf häufig monatelang ungenutzt. Das hat eine unangenehme Nebenwirkung, denn das Wasser im Geruchsverschluss kann verdunsten. Riecht es im Keller nach Kanal, steckt oft nichts Schlimmeres dahinter als ein trockengelaufener Siphon. Ein Eimer Wasser ins Gitter geschüttet behebt das meist auf der Stelle.
Entwässerungsplan: Kanal oder Versickerung
Wohin das Wasser aus einem Bodenablauf verschwindet, entscheidet mit darüber, wie sicher Ihr Haus gegen Rückstau ist. Ablaufwasser aus Bad und Keller gilt als Schmutzwasser und muss an die öffentliche Kanalisation angeschlossen sein. Sauberes Regenwasser von Flächen darf dagegen – je nach Grundstück und örtlicher Satzung – versickert oder getrennt abgeleitet werden. In vielen Kommunen in Lippe ist diese Trennung Vorschrift, und eine Vermischung sorgt bei Rückstau für besonders unangenehmen Ärger.
Ableitung im Vergleich
Anschluss an den Kanal
- Pflicht für Schmutzwasser aus Bad und Keller
- Rückstaugefahr, wenn der Kanal voll ist
- Rückstauschutz dringend anzuraten
Versickerung vor Ort
- Nur für sauberes Regenwasser erlaubt
- Hängt von Boden und örtlicher Satzung ab
- Kein Kanalanschluss, kein Rückstau aus dem Netz
Wer nicht genau weiß, wie das eigene Grundstück entwässert ist, findet die Antwort im Entwässerungsplan des Hauses oder bei der Stadt. Besonders bei Altbauten in und um Detmold deckt sich der tatsächliche Zustand nicht immer mit den alten Plänen. Hier bringt eine Kanal-TV-Untersuchung Klarheit, weil sie den echten Leitungsverlauf und den Zustand der Rohre sichtbar macht.
Rückstauschutz: Rückstauklappe und erweiterter Schutz
Bodenabläufe im Keller liegen meist unterhalb der sogenannten Rückstauebene, also unterhalb der Straßenoberkante. Steigt der Wasserstand im Kanal bei Starkregen über dieses Niveau, drückt das Wasser durch jeden tiefer liegenden Ablauf zurück ins Haus. Genau dann läuft Schmutzwasser aus dem Kellerablauf nach oben. Ein Rückstauschutz macht dem ein Ende.
Am einfachsten ist eine Rückstauklappe, die direkt in oder hinter dem Bodenablauf sitzt und sich bei Rückstau automatisch schließt. Sie sichert allerdings nur genau diesen einen Ablauf. Für fäkalienhaltiges Abwasser und mehrere tiefliegende Entwässerungspunkte reicht das oft nicht. Dann kommt eine Hebeanlage oder ein geprüfter Rückstauverschluss ins Spiel, der auch unter Druck dicht hält und sich bedienen lässt.
Bodenablauf reinigen: Schritt für Schritt
Läuft das Wasser am Bodenablauf nur noch langsam ab oder riecht es, bekommen Sie die Reinigung meistens selbst hin. Für die Arbeit brauchen Sie vor allem Handschuhe und einen Eimer, bei Bedarf dazu einen Schraubendreher und eine kleine Bürste. Arbeiten Sie in Ruhe und ziehen Sie festsitzende Teile nie mit Gewalt heraus.
So reinigen Sie den Ablauf
- Ablaufgitter abnehmenHeben Sie das Gitter ab oder lösen Sie die Schrauben. Grobe Haare und Schmutz direkt mit der Hand oder einem Tuch entfernen.
- Siphon-Einsatz herausnehmenDer Geruchsverschluss ist meist ein herausnehmbarer Topf oder Einsatz. Ziehen Sie ihn vorsichtig heraus – das stehende Wasser bleibt darin.
- Einsatz säubernSpülen Sie den Einsatz über einem Eimer aus und lösen Sie Fett und Ablagerungen mit der Bürste. Aggressive Chemie ist dafür nicht nötig.
- Ablaufkanal prüfenLeuchten Sie in den freigelegten Ablauf hinein. Sichtbaren Schlamm oder Sand spülen Sie einfach mit etwas Wasser nach.
- Alles zurücksetzen und wässernEinsatz wieder einsetzen, Gitter befestigen und reichlich Wasser nachgießen, damit der Siphon erneut gefüllt ist.
Bleibt der Ablauf nach der Reinigung verstopft oder kommt Wasser hoch, sitzt das Problem weiter unten in der Leitung. Spätestens dann sollten Sie vorsichtig sein, denn wildes Stochern mit Draht beschädigt schnell den Siphon oder die Rohrverbindung. Hier hilft eine Hochdruckspülung, die die Leitung über ihre ganze Länge freiräumt.
Wann der Fachbetrieb ran sollte
Gitter und Siphon reinigen die meisten Hausbesitzer problemlos selbst. Beim Rest ist Erfahrung gefragt: Sitzt die Verstopfung mehrere Meter tief, riecht es trotz gefülltem Siphon weiter oder steigt bei Regen aus mehreren Abläufen Wasser hoch, dann liegt die Ursache in der Leitung oder beim fehlenden Rückstauschutz. Bei einer Verstopfung tief im Rohr räumt eine Hochdruckspülung die Leitung frei, bei unklarer Ursache zeigt eine Kanalkamera, wo genau das Problem sitzt.
Erkan Aslan und sein Team packen solche Fälle mit einer Kanal-TV-Untersuchung an, um die Ursache erst zu sehen und dann zu arbeiten. Bei akutem Rückstau oder einem überlaufenden Kellerablauf ist der Notdienst rund um die Uhr erreichbar. So lässt sich zügig eingrenzen, ob es an der Klappe oder tiefer im Kanal hakt.





